Generalunternehmer

„Man muss sich aufeinander verlassen können“

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26. September 2026
Lesedauer: 10 Minuten

Interviewserie „Was wirklich wichtig ist“, Teil I – Interview mit Investorin Pia Lengauer

Was braucht ein Wohnbauprojekt, damit es nicht nur bei der Übergabe funktioniert, sondern auch Jahrzehnte später noch seinen Zweck erfüllt? Das ist die Ausgangsfrage für unsere Interviewserie "Was wirklich wichtig ist". Darin erklären Beteiligte eines Immobilienprojekts – ein Bauträger, eine private Wohnungskäuferin, eine Investorin und ein Projektleiter – worauf es für sie ankommt, damit ein Bauvorhaben erfolgreich ist.

 

Im ersten Teil unserer Serie gibt Pia Lengauer als Investorin darauf ihre Antwort. Bei ihrem Immobilienprojekt in der Hattlerstraße in Dornbirn hat sie erlebt, wie wichtig ein Partner ist, der berät, koordiniert und Verantwortung übernimmt. Und dass sich der Erfolg einer Immobilie am Ende auch daran zeigt, wie gerne Menschen dort leben.

Frau Lengauer, das Projekt in der Hattlerstraße war Ihr erstes Immobilienprojekt, das Sie selbst als Investorin begleitet haben. Wie blicken Sie heute darauf zurück?

Sehr positiv! Die Zusammenarbeit mit Rhomberg Bau war für mich wirklich sehr angenehm. Die Verantwortlichen waren präsent, der Bauleiter war greifbar, und ich hatte nie das Gefühl, ständig hinterhertelefonieren zu müssen. Das hat vieles wesentlich einfacher gemacht.

Was war Ihnen als Bauherrin und Investorin besonders wichtig?

Das hat sich im Laufe des Projekts entwickelt. Ganz am Anfang hatte ich gar nicht bis ins Detail vor Augen, wie die Gebäude am Ende aussehen sollten. Aber ich wusste bei einigen Dingen sehr genau, was ich wollte – und teilweise noch genauer, was ich nicht wollte.

 

Für mich war deshalb entscheidend, dass diese Vorstellungen gehört werden und jemand daraus eine gute Lösung entwickelt. Genau das hat mit dem Architekten und Rhomberg Bau sehr gut funktioniert. Am Ende sind zwei Gebäude entstanden, mit denen ich sehr zufrieden bin.

Sie sprechen immer wieder davon, dass Ihre Vorstellungen gehört wurden. Wie wichtig war Ihnen dieser Punkt?

Jetzt, wo Sie mir diese Frage stellen, muss ich klar sagen, dass das im Rückblick für mich ein sehr relevanter, wenn nicht der relevanteste Punkt war. Ich wollte verstanden und ernst genommen werden!

 

Dabei geht es mir tatsächlich weniger darum, dass jede Idee eins zu eins umgesetzt werden muss. Aber ich möchte, dass man zuhört, sich damit auseinandersetzt und gemeinsam nach einer Lösung sucht. Wenn etwas nicht funktioniert, kann man darüber sprechen. Wichtig ist, dass man merkt: Das Anliegen wird wahrgenommen.

 

Gerade in den Gesprächen spürt man sehr schnell, ob das funktioniert. Wenn man aus einem Termin herausgeht und ein gutes Gefühl hat, ist schon viel gewonnen. Bei Rhomberg Bau war das bei mir durchgehend so.

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Eine Immobilie soll nicht nur bei der Fertigstellung schön aussehen. Sie muss sich auch nach vielen Jahren noch gut präsentieren und wirtschaftlich sinnvoll betreiben lassen.
Pia Lengauer

Was braucht es für Sie, damit bei einer Investition dieser Größenordnung Vertrauen entsteht?

Zuverlässigkeit ist sehr wichtig. Und es muss vor allem auch zwischenmenschlich passen.

 

Man arbeitet bei einem solchen Projekt über einen langen Zeitraum intensiv miteinander. Deshalb braucht es eine gute Kommunikation und das Gefühl, dass man sich auf das Gegenüber verlassen kann. Wenn ich ein Anliegen habe, möchte ich wissen, dass es aufgenommen wird und ich eine Rückmeldung bekomme.

 

Vertrauen entsteht für mich genau daraus: Man spricht miteinander, Vereinbarungen funktionieren und man fühlt sich in der Zusammenarbeit wohl.

Welche Risiken beschäftigen einen als Investorin bei einem solchen Projekt besonders?

Natürlich spielen die Kosten eine große Rolle. Bei einem Projekt dieser Größenordnung stellt sich immer die Frage, wie sich Baukosten entwickeln und welche unvorhergesehenen Veränderungen auftreten können.

 

Man hat Verträge und vereinbarte Summen, aber trotzdem bleibt eine gewisse Unsicherheit. Deshalb ist es wichtig, die wirtschaftliche Seite von Anfang an im Blick zu behalten und einen Partner zu haben, mit dem man auch über solche Themen offen sprechen kann.

Sie führen gleichzeitig ein Hotel. Was erwarten Sie von einem Baupartner, damit ein großes Immobilienprojekt nicht zum zweiten Vollzeitjob wird?

Da sind wir wieder bei der Zuverlässigkeit. Hinzu kommen gute Koordination, Termintreue und Kommunikation.

 

Natürlich gab es viele Entscheidungen, die ich als Bauherrin selbst treffen musste. Aber ich wollte mich darauf verlassen können, dass die operative Abwicklung funktioniert und ich mich nicht um jedes einzelne Detail selbst kümmern muss.

 

Für mich war wichtig, die entscheidenden Punkte vorgelegt zu bekommen, gut beraten zu werden und dann eine Entscheidung treffen zu können. Genau dabei hat mich Rhomberg Bau sehr gut unterstützt. Bei Themen wie Fenstern, Farben, Materialien oder Fliesen bekam ich nicht einfach nur verschiedene Möglichkeiten genannt, sondern auch eine Einschätzung dazu, welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Varianten haben.

 

Das hat mir viel abgenommen. Ich konnte beim Projekt eingebunden bleiben und gleichzeitig meinem eigentlichen Beruf nachgehen und mich um den Hotelbetrieb kümmern.

Wie frei kann man als Investorin eigentlich entscheiden?

Weniger frei, als man vielleicht denkt. Natürlich hat man eigene Vorstellungen, gleichzeitig gibt es viele Vorgaben – von der Stadt, aus der Planung oder aufgrund baurechtlicher Anforderungen.

 

Bei uns betraf das zum Beispiel die Parkplätze oder bestimmte Anforderungen an die Grundrisse und die Belichtung der Wohnungen. Manchmal hätte ich selbst eine andere Lösung bevorzugt, aber sie war schlicht nicht möglich.

 

Das gehört für mich aber auch zu einem solchen Projekt: Man muss innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen das Beste daraus machen.

Was muss eine Immobilie leisten, damit sie auch langfristig eine gute Investition bleibt?

Sie muss dauerhaft funktionieren und entsprechend gepflegt werden – innen genauso wie außen.

 

Für mich gehört dazu, schon bei der Planung darüber nachzudenken, wie sich ein Gebäude langfristig erhalten lässt. Welche Wartung wird notwendig sein? Welche Lösungen sind robust? Wo entstehen später laufende Kosten?

 

Eine Immobilie soll schließlich nicht nur bei der Fertigstellung schön aussehen. Sie muss sich auch nach vielen Jahren noch gut präsentieren und wirtschaftlich sinnvoll betreiben lassen. Dafür braucht es diesen Blick auf das Ganze.

Lässt sich im Vorhinein überhaupt genau einschätzen, was später am Markt besonders gefragt sein wird?

Nicht immer. Wir haben beispielsweise unterschiedliche Wohnungsgrößen im Projekt. Bei manchen hätte ich erwartet, dass sie sich besonders einfach vermieten lassen – tatsächlich hat sich die Nachfrage teilweise anders entwickelt.

Der Markt verändert sich. Deshalb kann man nicht jede Entscheidung ausschließlich danach treffen, was zum Planungszeitpunkt vermeintlich am gefragtesten ist. Man muss eine gewisse Flexibilität haben und darauf achten, insgesamt ein attraktives und hochwertiges Angebot zu schaffen.

Wenn wir den Erfolg des Projekts einmal nicht in Quadratmetern, Investitionskosten oder Rendite messen: Was wäre Ihnen dann wichtig?

Dann rückt der Mensch in den Mittelpunkt.

 

Es geht darum, dass sich die Bewohner wohlfühlen. Um Gesundheit, Barrierefreiheit und auch um Gemeinschaft. Das ist etwas, das ich heute sehr schön beobachten kann.

 

Im Sommer sitzen beispielsweise Eltern mit ihren Kindern beim Spielplatz – aber nicht nur sie. Auch andere Bewohner kommen dazu. Die Menschen treffen sich, lernen sich kennen. Manche unternehmen dann auch abseits der Wohnanlage etwas gemeinsam oder sitzen einfach zusammen. Es hat sich eine richtige Gemeinschaft entwickelt. Das finde ich sehr wertvoll.

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Es hat sich eine richtige Gemeinschaft entwickelt. Das finde ich sehr wertvoll.
Pia Lengauer

War diese Gemeinschaft von Anfang an Teil Ihrer Planung?

Nein, eigentlich überhaupt nicht. Anfangs war lediglich der Spielplatz an sich Teil der Planung. Ich habe selbst Enkelkinder, und einer meiner Enkel ist sehr aktiv. Deshalb war mir wichtig, dort etwas Schönes zu schaffen. Der Spielplatz ist dadurch größer und aufwendiger geworden, als ursprünglich unbedingt notwendig gewesen wäre.

 

Das hat natürlich mehr gekostet. Aber ich habe mir gedacht: Wenn schon, denn schon. Die Kinder sollen dort eine schöne Zeit haben.

 

Heute ist dieser Platz nicht nur für die Kinder wichtig. Er ist zu einem Treffpunkt für die Bewohner geworden. Und genau das ist etwas, das man vorher kaum planen kann.

Hat sich dadurch auch Ihr Blick darauf verändert, wann ein Immobilienprojekt wirklich erfolgreich ist?

Ja, schon. Natürlich muss sich eine Investition wirtschaftlich rechnen. Das gehört dazu.

 

Aber wenn ich heute sehe, dass die Wohnungen angenommen werden, dass die Menschen gerne dort leben und dass eine Gemeinschaft entstanden ist, dann ist das noch einmal eine andere Form von Erfolg. Eine sehr schöne!

Ihr Ansprechpartner

Christian Jauk
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