Wohnbau

Die menschelnde Stadt

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Auch Städte und Gemeinden brauchen einen Plan. Eine klare Vorstellung davon, wie sich ihre Kommune zukünftig entwickeln soll und wie sich auch in zehn Jahren die Menschen vor Ort wohlfühlen. Ein wichtiger Bestandteil davon ist die Quartiersentwicklung — für Städteplaner, aber auch für Projektentwickler und Bauträger eine spannende Tätigkeit. Geprägt ist die aktuelle Entwicklung in der Quartiers- und Stadtplanung von einem Paradigmenwechsel: Wurde noch vor Kurzem eine klare Funktionstrennung — etwa zwischen Wohnen und Arbeiten — propagiert, sind heute gemischte Quartiere angesagt. Ziel ist ein Ort der kurzen Wege mit allen Einrichtungen des täglichen Bedarfs in unmittelbarer Nähe, einer guten infrastrukturellen Anbindung und einladend gestalteten Freiflächen. Rhomberg Bau Geschäftsführer Martin Summer weiß: „Die Umsetzung bringt vielleicht kurzfristig noch nicht zur Gänze den angestrebten Ertrag, langfristig für die Bewohner aber ganz sicher einen unschätzbaren Mehrwert.“

Rinker Areal

Das Projekt beschäftigt Rhomberg Bau schon seit Anfang 2016 — ein Beweis dafür, dass „gut Ding Weile haben will“. 

 

Denn das Ergebnis für das ehemalige Gewerbegebiet ist wirklich gut: „Mit dieser Bebauung schaffen wir die perfekte Grundlage dafür, in zentraler Lage Ravensburgs hochattraktiven Wohnraum für Jung und Alt zu entwickeln“, weiß Joachim Nägele, Geschäftsführer der Rhomberg Bau GmbH Deutschland. Konkret heißt das: 250 bis 300 Wohneinheiten in mehreren kleinteiligen Gebäudekörpern und mit viel Grün- und Freiflächen. Familien werden dort ebenso einziehen wie Studenten und Senioren in Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäuser oder Mikroapartments. Angedacht und eingeplant sind auch betreutes Wohnen, ein Pflegedienst, eine Quartiersversorgung sowie eine Kindertagesstätte. Die Planung hält das Areal frei vom alltäglichen Autoverkehr, indem dieser fast vollständig unter die Erde verlegt wird.

Bäumle Quartier

Ebenfalls eine ehemalige reine Gewerbefläche, ebenfalls jetzt auf dem Weg zu einem neuen, ganzheitlichen Wohnquartier. 

 

Diesmal in Vorarlberg. Und auch hier sind eine vorausschauende, umfassende Planung und eine enge Zusammenarbeit mit sämtlichen Beteiligten, vor allem der Gemeinde selbst, vorangegangen. Nun entstehen zwischen Lindauer und Hörbranzer Straße in zwei Bauabschnitten insgesamt acht Gebäude mit 135 Wohnungen und fünf Gewerbeeinheiten. „Die schrittweise Umsetzung entspricht auch unserem Anspruch, das Quartier verantwortungsvoll und nachhaltig entwickeln zu wollen“, sagt dazu Projektleiter Daniel Leitinger. „Hintergrund ist unsere Vision des nachhaltigen Zusammenlebens, die wir im ‚Bäumlequartier‘ verwirklichen. Es geht uns nicht darum, so viele Menschen wie möglich dort unterzubringen. Wir wollen ihnen vielmehr die beste Lebensqualität bieten.“ Dieser Anspruch zieht sich durch das ganze Viertel: Schon bei der Entwicklung lag der Fokus auf der Qualität der Außenräume und der örtlichen Rahmenbedingungen. Das Ergebnis ist eine gelungene Durchmischung von Wohnen und Arbeiten in Kombination mit ausgeprägten Grünflächen und Durchgangsmöglichkeiten. Das gesamte Viertel ist nahezu autofrei, der motorisierte Individualverkehr ist durch die Tiefgarage aus dem Areal verschwunden.

Baufeld B.02

Direkt am Hauptbahnhof Wien gelegen ist das Quartier eines der wichtigsten Eingangstore zur Hauptstadt.

 

 Entsprechend umsichtig und nachhaltig musste es entwickelt werden – genau die richtige Aufgabe für die Projektplaner von Rhomberg Bau, die die Entwicklung des sieben Bauplätze umfassenden Areals federführend übernommen und damit beste Voraussetzungen für ein prosperierendes, lebendiges Viertel im 10. Bezirk geschaffen haben: Auf drei Bauplätzen wurden Wohnbauten realisiert, auf zwei entstanden Hotels. Ein weiterer Bauplatz wurde mit einem Appartementhaus bebaut, das nach dem innovativen SMARTments-Konzept Wohnraum auf Zeit für Pendler, Projektmitarbeiter oder Berufseinsteiger bietet. Auf den letzten Bauplatz kam schließlich ein Bürogebäude mit Gastronomie. Ein Großteil des Baufelds wurde zudem mit einer dreigeschossigen Tiefgarage unterkellert. Eines der Hotels, die Tiefgarage sowie das Appartementhaus wurden von Rhomberg vollumfänglich entwickelt, verwertet, als Bauherr auf eigene Rechnung errichtet und schließlich an Investoren veräußert. Große Teile des Quartiers wurden darüber hinaus von einer ARGE PORR-Rhomberg baulich realisiert. Auch das Bürogebäude überzeugte mittlerweile einen Investor, der es in sein Portfolio übernahm. Nicht zuletzt hat sich Rhomberg Bau auch selbst überzeugt: Das Wiener Büro residiert jetzt in einem Stockwerk des Gebäudes.

Lerchenstraße

Größte Besonderheit dieses an Besonderheiten reichen Innovationsprojektes von Rhomberg Bau ist die begleitende Studie, mit der die Errichtung und der Betrieb zweier weitgehend identischer Wohngebäude — eines aus Holz, eines aus Stahlbeton — miteinander verglichen werden sollen.

Dadurch erhoffen sich die Initiatoren von Rhomberg Bau solide Daten, mithilfe derer zukünftig die besten Materialien und Bauweisen für qualitativ hochwertigen, ökologischen und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum ausgewählt werden können. Eine weitere wichtige Besonderheit ist die umfassende Entwicklung dieses Areals in enger, frühzeitiger Abstimmung mit der Gemeinde und mit Blick auf die Nachbarschaft: Der Fokus lag unter anderem auf der Außenraumgestaltung und der Einbindung des neuen Wohnraums in das bestehende Quartier. Das Ergebnis: großzügige Begegnungsflächen, die mit den Nachbargrundstücken zusammenfließen, Hochbeete, Gemeinschaftsgärten und umweltfreundliche Mobilität durch attraktive Radabstellanlagen. Zudem ist eine Ladeinfrastruktur für E-Autos vorgesehen.
 

Quellenpark

Ein positiver Beitrag zur Standortentwicklung in Vorarlberg: 

Rhomberg Bau hat über die Projektgesellschaft das Werksgelände der Rattpack-Gruppe in Dornbirn erworben. Bis 2022 hat sich der Verpackungsspezialist noch selber das Nutzungsrecht gesichert. Eine Vereinbarung ganz im Sinne aller Beteiligten. „Wir werden den Umzug nicht überstürzen, sondern verantwortungsvoll vorbereiten“, so Ratt, „auch, um unsere Mitarbeiter gut mitnehmen zu können.“ Und Immobilienleiter Tobias Vonach von Rhomberg Bau ergänzt: „Es ist uns mit dem Kauf gelungen, eine attraktive urbane, bereits genutzte Fläche zu sichern. Diese wollen wir ganz im Sinne unserer Unternehmensphilosophie sinnvoll nachnutzen.“ Langfristig soll das gut 17 500 m2 große BauMischgebiet im Schulterschluss mit der Stadt neu entwickelt werden.

Kunert Areal

Mit exakt dem gleichen Fokus hat Rhomberg auch in Deutschland ein Werksgelände übernommen: 

Das Kunert-Areal in Lindau-Zech. „Das Grundstück bietet hervorragende Möglichkeiten, den Stadtteil aufzuwerten und in der Stadtentwicklung weiter voranzubringen“, ist sich Deutschlandchef Joachim Nägele sicher. Langfristig will Rhomberg daher in Abstimmung mit den Verantwortlichen der Stadt eine optimale Lösung für den Stadtteil finden. „Uns ist dabei absolut bewusst, dass es eine Herausforderung ist, die unterschiedlichen Interessen zu harmonisieren“, weiß Nägele. „Aber das gehört zu einer nachhaltigen, verantwortungsvollen Projektentwicklung eben dazu. Außerdem teilen alle Beteiligten das Interesse, auf einem der ersten Bezugspunkte, den Reisende auf ihrem Weg nach Lindau hinein passieren, etwas wirklich Schönes zu schaffen.“ Rhomberg hat bereits den Geschäftsstandort der deutschen Rhomberg Bau GmbH in den Bürotrakt des Areals verlegt. Gemeinsam mit dem Hauptstandort in Bregenz wird die gesamte Leistungspalette der Rhomberg Bau Gruppe angeboten.

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