Ressourcen & Recycling

Ressourcen fürs Ländle sichern

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Die Bedarfsstudie des Landes Vorarlberg, die Mitte 2018 veröffentlicht wurde, ist eindeutig: Vorarlberg ist auf die Rohstoffgewinnung im eigenen Land angewiesen! Schon heute fehlen jährlich rund 1 120 000 Tonnen mineralischer Rohstoffe. Ohne neue Abbaugenehmigungen im Ländle selbst wird diese Versorgungslücke innerhalb der nächsten zehn Jahre gewaltig aufreißen. Nach den Berechnungen des Landes wird die Eigenversorgung um drei Viertel einbrechen. Das Fazit der Studienautoren: Bestehende Abbaufelder müssen weiterbetrieben werden. Eines dieser bestehenden Abbaufelder ist der Steinbruch in Hohenems-Unterklien. Dort werden unter anderem Straßenbaumaterialien, Splitte oder Sand für die Infrastrukturen und die Wirtschaft im Land gewonnen. Aktuell noch rund 60 000 m3 pro Jahr. Mit den derzeit bewilligten Abbaufeldern ist allerdings in zirka sieben Jahren Schluss. „Dann werden wir natürlich zwar den Betrieb aufrechterhalten und unsere Kunden auch weiterhin mit den dringend benötigten Baumaterialien versorgen können“, beruhigt der für die Bereiche Bau und Ressourcen zuständige Geschäftsführer Rupert Grienberger. „Ohne Fortführung der Abbautätigkeit im Steinbruch müssten wir aber fehlendes Material zuführen. Damit verbunden wäre ein Mehr an Transporten.“ Um die Versorgung auch in Zukunft mit heimischem Gestein sicherzustellen, planen die Verantwortlichen daher die behutsame Weiterführung (siehe Fact Box). Auch sonst bereitet sich die Rhomberg Gruppe auf eine maßvolle Fortführung der Kapazitäten in Unterklien vor: So wird die Infrastruktur auf dem Betriebsgelände aus- und die Bahnentladeanlage umgebaut. Zudem ist eine Erweiterung der Lagerflächen für Rhomberg Recycling vorgesehen.

Steinbruch-Weiterführung

Rhomberg plant eine moderate Weiterentwicklung im südwestlichen Anschluss an den bestehenden Steinbruch. Damit sollen über die nächsten fast 40 Jahre hinweg in 6 Etappen knapp 6 Mio. m3 Gestein gewonnen werden. Material, das der Wirtschaft und den Menschen in Vorarlberg zur Verfügung steht und die Zukunft des Ländles sichert. Zudem möchte das Traditionsunternehmen die Rohstoffe in Absprache und in Einklang mit den zuständigen Behörden und den Anrainern gewinnen. Daher wird eine innovative und schonende Methode eingesetzt, bei der der Abbau unterirdisch erschlossen und der Abtransport des Materials durch Schächte und Förderstollen erfolgt, um Lärm- und Staubemissionen zu verhindern. Wasserschutz und -versorgungssicherheit sind gewährleistet. Die Unterteilung in 6 Etappen sowie die unmittelbare Renaturierung minimieren die offenen Flächen und sorgen dafür, dass die Gewinnung bis zum Schluss von Dornbirn aus nicht und von Hohenems aus kaum erkennbar ist. Außerdem streben die Verantwortlichen eine freiwillige Umweltverträglichkeitsprüfung über einen UVP-Feststellungsantrag an. 

 

Mehr Infos zum geplanten Projekt finden Sie unter www.steinbruch-unterklien.at.

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