Holz- und Holzsystembau

Nachhaltige Symbiose aus Alt und Neu

2102_ZEBA-Postplatz.jpg
Lesedauer: 5 Minuten

Das Areal Bahnhofsplatz in Amriswil soll zukünftig durch eine Zentrumsüberbauung mit neuem Leben gefüllt und attraktiver gestaltet werden. Die Rhomberg Bau AG übernimmt die Entwicklung dieses spannenden Projektes. 

 

Teil des städtebaulichen Konzepts von Allemann Bauer Eigenmann Architekten sind zwei neue Baukörper in S- bzw. L-Form, auf deren zweigeschossiger Basis sich jeweils zwei Bauten mit drei bis sieben Stockwerken erheben. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sollen Dienstleistungsbetriebe, Verkaufslokale und Gastronomiebetriebe Platz finden und mit publikumsorientierten Nutzungen die Umgebung beleben. In den weiteren Geschossen wird zukunftsweisender Wohnraum geschaffen. Die seitens der Gemeinde Amriswil als „erhaltenswert“ eingestufte „alte Post“ wird als identitätsstiftendes Bauwerk in das städtebauliche Konzept integriert und durch die Rhomberg Bau AG saniert. Gemeinsam mit der alten Post bilden die neuen Baukörper ein durchlässiges städtebauliches Ensemble an prominenter und zentraler Lage. 

Die geplanten Gewerbeflächen profitieren von der hohen Raumhöhe und sind frei einteilbar, sodass die Räumlichkeiten für eine Vielzahl an Gewerbenutzungen wie Gastronomiebetriebe, Gesundheitspraxen, Fitnessstudios, Büros, Co-Working-Spaces oder Ateliers geeignet sind. Der Wohnungsmix mit zeitgemässen 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen wird ein breites, urban orientiertes Publikum von Singles über junge Paare bis hin zu Senior:innen ansprechen. Grosszügige, vorspringende Loggien erlauben den Schritt vor die Fassadenflucht und ermöglichen einen beeindruckenden Panoramablick. Eine wesentliche Freiraumfunktion übernehmen die Dachgärten über den Sockelgeschossen. Stauden und Kleingehölze bilden mit ihren Blüten, Blättern und Früchten über das Jahr einen Wechsel an Farben und laden zum Verweilen ein. 

 

Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit stehen bei diesem Projekt im Fokus. Ab dem zweiten Obergeschoss sollen die Neubauten in Holz-Hybridbauweise aus Holz und Beton konstruiert werden. Die Tragstruktur besteht zu grossen Teilen aus einheimischem Holz und kompensiert damit den Primärenergieverbrauch des verwendeten Betons und der übrigen Bauteile aus nicht nachwachsenden Rohstoffen. Zudem wird, wo möglich, Recyclingbeton zur Reduktion der „grauen Energie“ verwendet. Sämtliche Materialien werden als Ergebnis der Abwägung aus Ökologie, Lebenszyklus und Werthaltigkeit ausgewählt. Die meisten Materialien sind überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen erstellt oder gut recycelbar. Die Wärmeerzeugung erfolgt mittels Erdsonden-Wärmepumpe. Über die Fussbodenheizung kann den Räumen im Sommer ausserdem Wärme entzogen und direkt an das Erdsondenfeld abgegeben werden, um dieses zu regenerieren und die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe zu erhöhen. Alle Flachdächer sind extensiv begrünt. Die Dächer der hohen Gebäude werden zudem mit PV-Anlagen ausgestattet.

 

So entsteht am Bahnhofsplatz in Amriswil, ökologisch wie ökonomisch, eine nachhaltig konzipierte Überbauung, die Alt und Neu verbindet und dem Areal wieder neues Leben einhaucht.

Zentrumsüberbauung Amriswil

  • Auftraggeber Rhomberg Bau AG
  • Architekt Allemann Bauer Eigenmann
  • Architekten AG, Zürich
  • Bauzeit 2023–2025 
Kundenmagazin 2022 kostenlos bestellen
Printausgabe bestellen